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Alter der U-Bahn

(1)

Hat mehr Tage wagen müssen: dieser Mensch. Das macht ihn schön. Was er die Tage tat, hat ihn nicht glatt und damit hässlich gemacht. Vieles ging wohl nicht glatt. Zartes in einem harten Gesicht. Was geschah fiel ins Gewicht, ihm ins Gesicht.

(2)

Die drei Schwestern (jung, jünger, am jüngsten) sahen ihn und sah er anders aus? – Uneinordbare Blicke, aber keine bösen, keiner vielleicht, der aus ihnen Bilder machte, die schon in ihren Selfiekameras feststeckten; – seine Blicke vergegenwärtigen sie (– mal keine Vergewaltigung).

Neben ihm saß ein Mann mit Fahrrad, stand auf und schiebt sein Fahrrad los, ihm gegens Knie. Au. Ja, den fremden Schwestern zucken auch die Gesichtszüge, sie zucken sie, leiden mit: Er sah sie wie ein Mensch an und sie ihn dann auch – dann empathiefähig und selbstverständlich empathiewillens.

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Ab(ge)stoßen von der Aporie

Bitte schau‘ mich an. Was kann dieser Moment lösen, was verstehen? – Biographie mit Akzeptanz versehen. Auch mich dann. Leicht zu schreiben: in den Anfang gehen. Tanzen! Gewöhnlich dürfen mir die Gewöhnlichen zusehen beim Wohnen: mein Wohnen besteht auch aus Tanzen, schaut an das außergewöhnlich ganze, als richtig erkannte Handeln an mir (Handeln ist eine Richtung, insofern richtig, wie es mich in Anfang kleidet). Hing im Leiden hier (– im Moment schockiert mich das Wort Student, erinnert mich an matte Morgen voller Sonnenlichter). Negieren wir den Trend und wählen Richtung.

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Auf der Suche nach dem ertrunkenen Lot (I-III)

Auf der Suche nach dem ertrunkenen Lot (I)

Saurer Kitzel des Beils im Zenit. Die Granate perfektioniert sich im Staubland. Was sich da abzweigt war ein Gerinnsel. Was aber blitzt, ist Stachel im Glatteis. Im Sumpf wüstet Sonne. Einwärts ins wahnsinnige Brachland bricht Feld. Etwas hängt exakt in der Mitte. Wenn die Lähmung aussetzt, setz dich, verharre. Weide die Weide aus: es ist noch zu holen, wo gelassen wird. Dann erst atme Vakuum aus. Unsere Gangart scheint Bühne vor Hunden. Sich ergeben wäre ergiebig, doch Liebster! Scheitere lieber.

 

Auf der Suche nach dem ertrunkenen Lot (II)

Die unfassbare Erhabenheit des Hässlichen. Du Allumfassung des Ungeschickten: schicksallos, schrankenlos, ein Meer. Leben ist Zucken der letzten Kreatur. In wessen Ohr verenden die Rufe nach Anfang. Versandung der Augen nach urfasslicher Alterung von Asche. Ein Klecks aus Versehen: das Ende der Welt. Quellen sind unheimlich: kein Heim im Ursprung. Alles gewiss unendlich fragil: alles getaucht hinein in die schöne Hülle der Ungewissheit. Harnisch von Verharrung. Umgekehrtes Fallen. Doch trotz allem: im Monat Mohn pflückten wir uns.

 

Auf der Suche nach dem ertrunkenen Lot (III)

Abbruch des Lieds. Ziehen, an dem ein Strang hängt. Hinter den Ohren sitzt Schlaf. Trotzende Schläfenspanne. Tränenbeladener Jochbogen, arc de triomphe, Sternzusammenfuhr der Himmelswagen, regnerischer Abend. Wange wie Wasser, das tausendfach auf Abgrund liegt. Des Kiefers Schneide die Scherbe, die ankert über den Gründen der Schulter. So fortsprachbar. Doch zwischen den Kontintentalplattenbrauen Wachstum von Berg. Unverträgliches Tragen der Stirn. Klarsicht ist Folie aufs Schauen gelegt zur Verbindung. Das Auge die Wunde. Die Narbe der Durchblick. Die Blindheit nicht Heilung. Aufbruch von Lid.

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