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Nicht reaktionär, sondern gegen Exekution konsekutiv…

Es ist nicht weniger Sinn im Leben, die nutzlosen Schläge gegen die Ohnmacht auch einmal einzustellen. Es ist noch kein Selbstverrat, sich nicht nur der Hoffnungslosigkeit zu verschreiben. Wir wissen: wir wenigsten kämpfen für uns, einander, für die Möglichkeit aller, dafür, mehr sein zu können als Entfremdung und Sprachrohr der Herrschaft. Ja, wir kämpfen ums Dürfen: also gestatten wir auch uns, heute und jetzt, ein wenig Dürfen. Gestatten wir uns, einzuatmen. Gestatten wir uns Räume jenseits des Schlachtfelds. Es nützt nichts, sich zu verausgaben gegen das System (: gegen alle), wenn dabei nichts mehr übrig bleibt für uns selbst. Erlauben wir uns das Tanken, das ruhige Lächeln, erlauben wir uns ein wenig Entschleunigung unserer Kritik. Gerade, um sie nicht fallen lassen zu müssen bald schon. Lassen wir es zu, dass sich unsere krummen Körper auch wieder ausfalten dürfen hin und wieder, im Zurücklehnen manchmal, das heißt mindestens dann, wenn es Not tut. Gestatten auch wir uns das Leben, für das wir einstehen, für das wir fallen. Gestatten wir es uns, aufzustehen und aufzuerstehen von Zeit zu Zeit: wir fielen oft genug an ihren Fronten. Gestatten wir uns den Verlust und das Verlieren, um weiterzumachen mit unserer Sache dann und vielleicht erst dann, wenn wir uns nicht mehr selbst ganz aufgeben müssen für sie. Sammeln wir ein wenig Anschmiegen, betten wir uns zum Schatten, wenn das Licht uns nur noch zerstaubt und durchlöchert. Es ist kein Verabschieden vom Mut, wenn wir uns wieder erobern, was nicht nur verlorener Posten ist, ein gelassenes Erobern. Seien wir behutsam genug unserem Mut gegenüber – sodass er nicht Tollwut werden muss. „Mut zur Tollwut“ als 24/7/365 Ausnahmslosigkeit geht dagegen über jede, selbst über unsere Kapazität, selbst über unsere Potenz 20-50. Wenn wir uns nur noch aufreiben, verweigern wir uns selbst unsere Ideale. Lassen wir unser Fatum Fatum sein, es lässt sich nicht verlassen: doch lässt sich frei machen von ihm, von ihm als einzigem Regenten. Tauschen wir, meinetwegen, Sommerregen mit Winterregentschaft. Grün ist nicht die Farbe der Hoffnung, sondern des Wachstums. Werden wir Gärtner, weitsichtige, kluge, verständige Gärtner für uns selbst und uns. Gehen wir weg von dem, wo nur die Monokultur ihr wüstes Land sät; gönnen wir uns Auszeit; gönnen wir uns. Ohne Urlaub keine Arbeit. Es mag keine ganz unverdorbenen Landstriche geben, aber es gibt erträgliche, und es gibt sogar schöne. Legen wir mehr des Gewichts unserer Schwere auf sie: streiten wir uns ruhig auch einmal darüber. Ganz ohne Leichte keine Utopie mehr: begeben wir uns auch ins zarte Geben der Leichte manchmal. Nicht mehr nur ewig ins Aufgegebene zu investieren, ist keine Flucht; sondern nötig für Zukunft, nämlich die eigene. Und der gerade wichtigere Kampf ist: das weniger Sichtbare zu sehen: nicht nur die offensichtliche offizielle Gewalt, sondern Alternativen, Chancen, das Mickrige hochzupeppeln, es zu praktizieren, und es ins Zentrum zu wagen. Dies hier aber, die Fähigkeit zu schreiben: wenn die Fertigkeit anzapfbar ist – wie rettend!

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